Schnarchen und Schlafapnoe? Hier erfährst Du, was hilft!

Was hilft gegen Schnarchen und Schlafapnoe?

Wusstest Du, dass Schnarcher einen Lärmpegel ähnlich dem eines vorbeiratternden LKW’s erzeugen können? Kein Wunder, dass Schnarchen ein Trennungsgrund ist. Zumindest ein Grund für getrennte Schlafstätten und wiederkehrende Disharmonien in der Beziehung. Dabei ist Schnarchen an sich oft harmlos, wenn es nicht mit nächtlichen Atemaussetzern wie im Fall der Schlafapnoe einhergeht. Viele Betroffene interessiert: Wie kommt es zum Schnarchen und vor allem was hilft gegen das lästige Schnarchproblem? Der Liebe zuliebe wollen viele Schnarcher ihr Problem in den Griff bekommen.

Was ist Schnarchen?

Schnarchen (Rhonchopathie) bedeutet, dass es während des Schlafs zu deutlich wahrnehmbaren Atemgeräuschen kommt. Diese entstehen dadurch, dass der Atemweg durch die nachts erschlaffte Muskulatur im Nasen- und Rachenraum besonders stark verengt ist, sodass die Atemluft mit höherem Druck eingesaugt werden muss. Gaumensegel, also der weiche Teil des Gaumens, Zunge und Zäpfchen vibrieren dann bei jedem Atemzug besonders stark und erzeugen das nervtötende Sägegeräusch. Gerade in Rückenlage fallen die Zunge und der Unterkiefer in der nächtlichen Entspannung leicht nach hinten und verengen dadurch die oberen Atemwege. Schnarchen findet hauptsächlich durch den Mund statt, kann aber auch durch die Nase erfolgen.

Primäres Schnarchen

Das primäre Schnarchen beschreibt das vollkommen ungefährliche Schnarchen ohne Atemaussetzer. Das Schnarchen kann ganz leise sein oder so laut, dass der Bettnachbar davon wach wird. Das primäre Schnarchen ist zwar nicht gefährlich, kann aber vor allem den Partner belasten, da dieser dadurch nicht selten unter Schlafmangel leidet. Doch auch der Schnarchende selbst kann häufig keinen erholsamen Schlaf finden. Beim primären Schnarchen können die Schnarchgeräusche regelmäßig oder unregelmäßig sein.

Die Schlafapnoe

Obstruktives Schnarchen

Die Schlafapnoe (Apnoe = Atemstillstand) oder das apnoische Schnarchen ist hingegen eine ernstzunehmende Erkrankung. Die Apnoe zählt zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen. Die häufigste Variante der Schlafapnoe ist das obstruktive Schnarchen. Dabei kommt es aufgrund der erschlafften Zungen- und Rachenmuskulatur im Schlaf zu nächtlichen Atemaussetzern, die 5 Mal die Stunde auftreten und über 10 Sekunden lang andauern können. In diesem Fall verschließen (Obstruktion = Verschluss) Gaumen und Zunge für eine bestimmte Zeit vollständig die Atemwege. Um ein Ersticken zu verhindern, schickt das Gehirn einen Weckimpuls, von dem der Schnarchende wach wird und die Atmung wieder aufnimmt. Bei der Schlafapnoe kommt es zu lautem Schnarchen, in dem Moment, in dem der Betroffene nach dem Atemaussetzer wieder Luft holt

Zentrale Schlafapnoe

Neben der häufigsten Schlafapnoe-Variante, dem obstruktiven Schnarchen, gibt es noch die zentrale Schlafapnoe. Hier liegt den Atemaussetzern nicht eine erschlaffte Rachenmuskulatur zugrunde. Vielmehr führt hier eine Störung im zentralen Nervensystem zu einer eingeschränkten Aktivität der Atemmuskulatur. Betroffene vergessen hier buchstäblich einzuatmen. Die zentrale Schlafapnoe kommt beispielsweise bei Schlaganfall-Patienten vor, bei COPD-Patienten (Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen) oder bei Menschen, die durch einen Zeckenbiss die Erkrankung Boreliose bekommen haben.

Upper Airway Resistance Syndrom (UARS)

Das Upper Airway Resistance Syndrom („Widerstandsyndrom der oberen Luftwege“) stellt eine Zwischenstufe zwischen dem primären Schnarchen und der obstruktiven Schlafapnoe dar. Aus dem UARS entwickelt sich nicht selten eine obstruktive Schlafapnoe. Das UARS ist wie die Schlafapnoe eine schlafbezogene Atmungsstörung, die ebenfalls von starkem Schnarchen gekennzeichnet ist. Es kommt dabei ebenfalls zu häufigen Weckreaktionen, jedoch sind die Atemwege nicht so stark verengt beziehungsweise komplett blockiert wie bei der Apnoe. Doch auch hier reicht die nächtliche Muskelspannung im Rachenraum nicht aus, um den oberen Atemweg optimal offen zu halten

Wie verbreitet ist Schnarchen?

Einige Quellen gehen davon aus, dass 2 von 3 Männern schnarchen. Bei den Frauen soll der Anteil bei etwa einem Drittel liegen. An der obstruktiven Schlafapnoe sollen 2% der Frauen und 4% der Männer über 35 Jahren leiden. Da viele Menschen von ihrem Schnarchen oder der Schlafapnoe nichts wissen oder sich nicht in Behandlung begeben, dürfte die Dunkelziffer noch höher sein.

Warum vor allem Männer schnarchen

Gerade in jüngeren Jahren sind es oft die Männer, die schnarchen. Frauen haben in diesem Alter eher weniger damit zu tun. Das liegt zum einen an dem unterschiedlich gebauten Hals- und Rachenbereich bei Mann und Frau. Schon von der Anatomie her sind Frauen weniger anfällig für das nächtliche Sägen. Hinzu kommt, dass die Östrogene, also die weiblichen Geschlechtshormone der Frau, dafür sorgen, dass ihr Gaumensegel beim nächtlichen Atmen stabiler bleibt und nicht so leicht schwingt wie beim Mann. Die Östrogene sind auch der Grund dafür, dass die Muskulatur der oberen Atemwege insgesamt nicht so stark erschlafft wie beim Mann. Auch die Zunge rutscht daher in Rückenlage nicht so schnell in den Rachen. Dies ändert sich bei Frauen erst mit den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel abnimmt. Dann tritt Schnarchen auch bei Frauen verstärkt auf.

Schnarchen Ursachen

Schnarchen und Schlafapnoe können viele Ursachen haben. Oft liegen mehrere Faktoren gleichzeitig vor, die den nächtlichen Lärmpegel rapide ansteigen lassen. Zugrunde liegt dabei immer eine Verengung der Atemwege aufgrund der im Schlaf erschlafften Rachenmuskulatur. Auslösende beziehungsweise verstärkende Faktoren können sein:

  • Übergewicht (Fett an Kinn und Hals)
  • Erkältung wie Schnupfen
  • Allergien
  • Asthma
  • andere Erkrankungen
  • anatomisch gekrümmte Nasenscheidewand
  • vergrößerte Mandeln
  • anatomisch vergrößertes Zäpfchen
  • anatomisch verlängerer Gaumen
  • Verdickung des Zungengrunds
  • Vergrößerung der Rachenmandeln (Polypen)
  • großer Halsumfang
  • zu kleiner Unterkiefer
  • zu weicher Kehlkopfdeckel
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Medikamente
  • ein fortgeschrittenes Alter
  • Wechseljahre
  • trockene Nasenschleimhaut durch Wassermangel

Schnarchen durch Übergewicht

Übergewicht ist eine der Hauptursachen für das Schnarchen. Experten zufolge führt schon ein Überschreiten des Normalgewichts um 20% zu einer höheren Anfälligkeit fürs Schnarchen. In Untersuchungen fand man tatsächlich heraus, dass schlanke Menschen seltener schnarchen. Übergewicht kann eine Schlafapnoe auslösen oder dazu beitragen, dass sich diese schlafbezogene Atmungsstörung entwickelt. Der Grund dafür liegt im überschüssigen Fett am Hals, im Mund- und Rachenbereich. Dieses drückt bei Rückenschläfern zusätzlich auf die oberen Atemwege, wodurch das Schnarchen und auch die Schlafapnoe begünstigt werden

Schnarchen durch Schnupfen

Macht eine verstopfte Nase, die durch einen Schnupfen entsteht, die Nasenatmung unmöglich, weichst Du automatisch auf die Mundatmung aus. Dadurch wiederum erhöht sich die Wahrscheinlichkeit fürs Schnarchen. Auch bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder Stirnhöhlenentzündung ist die Nasenatmung durch die geschwollenen Nasenschleimhäute und den zähen Schnupfen blockiert.

Schnarchen durch Allergie

Wer unter einer starken Allergie leidet wie einer Pollenallergie oder einer Hausstauballergie, ist ebenfalls stärker gefährdet zu schnarchen. Denn bei einem Heuschnupfen schwellen die Schleimhäute in der Nase genauso an wie bei einem erkältungsbedingten Schnupfen, was wieder die Mundatmung provoziert

Schnarchen durch Asthma

In Studien stellte man fest, dass Asthmatiker, gerade über 36 Jahren, besonders anfällig für das Schnarchen sowie für das Entwickeln nächtlicher Atemstillstände sind. Oft verläuft bei Asthmatikern die Schlafapnoe auch sehr schwer. Der Grund für die nächtlichen Atemaussetzer könnte sein, dass die chronische Entzündung der Bronchien sich auf den Rachenraum ausweitet. Dadurch ist nun auch die Schleimhaut des Rachens geschwollen, was die Atmung nachts zusätzlich zur erschlafften Mund-Rachenmuskulatur erschwert. Manche Forscher nehmen hingegen an, dass die kortisonhaltigen Asthmamittel die Schleimhaut der Luftwege verändern, wodurch der Kollaps der Atemwege im Schlaf gefördert wird.

Schnarchen durch andere Erkrankungen

Erkrankungen wie Krebserkrankungen im Hals- und Rachenraum oder neurologische Erkrankungen, etwa ein Schlaganfall oder die Infektionskrankheit Boreliose können ebenfalls Schnarchen verursachen. Bei den letztgenannten Erkrankungen liegt dann häufig die zentrale Schlafapnoe vor. Dabei kann es zu neurologischen Störungen kommen, infolge derer die Atmung nachts zeitweise aussetzen kann

Schnarchen durch gekrümmte Nasenscheidewand

Die Nasenscheidewand teilt die Nasenhöhle in 2 gleich große Höhlen. Ist diese Scheidewand nun von Geburt an verbogen, funktioniert die Nasenatmung nicht optimal. Das Naseninnere ist teilweise eingeengt, die Nasenschwellkörper schwellen an. Betroffene weichen dann auf die Mundatmung aus, die das Schnarchen fördert.

Schnarchen durch Polypen

Als Polypen bezeichnet die Fachwelt den Zustand, wenn die Rachenmandeln vergrößert sind. Diese Polypen können die Nasenatmung erschweren. Dadurch weichen Patienten auf die Mundatmung aus, wodurch wiederum das Schnarchen gefördert wird.

Schnarchen durch Schleudertrauma

Scharchen kann auch durch einen Unfall mit Folge eines Schleudertraumas entstehen. Durch einen abrupten Aufprall kann sich der Unterkiefer so verschieben, dass er nachts im Liegen auf dem Rücken die Atemwege stärker beeinträchtigt.

Schnarchen durch Alkohol

Alkohol, das hast Du wohl auch schon erlebt, fördert das Schnarchen im Schlaf ungemein. Selbst die leisesten Schläfer können sich mit genügend Alkohol im Blut nachts in lärmende Bestien verwandeln. Denn Alkohol hat eine muskelentspannende Wirkung, sodass sich auch die Zungen- und Rachenmuskulatur intensiver entspannt als bei Menschen, die keinen Alkohol getrunken haben. Trinkst Du abends gern Bier, verstärkst Du mit bestimmten Wirkstoffen im Hopfen die muskelentspannende Wirkung des Alkohols noch.

Schnarchen durch Rauchen

Rauchen belastet nicht nur die Atmungsorgane und schränkt die Lungenleistung ein, sondern sorgt zudem auch für einen Sauerstoffmangel im Körper. Außerdem führt das Rauchen bei vielen Menschen dazu, dass nachts die Schleimhäute leichter anschwellen. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko fürs Schnarchen und für Atemprobleme.

Schnarchen durch Medikamente

Viele Medikamente begünstigen ebenfalls das Schnarchen und eine Schlafapnoe. Dazu gehören beispielsweise Beruhigungs- und Schlafmittel, Muskelrelaxantien und Antihistaminika zur Behandlung einer Allergie. Auch Schmerzmittel wie Opioide oder Antidepressiva tragen zur Erschlaffung der Muskulatur im Mund- und Rachenraum bei und können so das Schnarchen fördern. Besonders heikel ist die Kombination von genannten Medikamenten mit Alkohol. Denn auf die Art verstärkt sich die muskelentspannende Wirkung, wodurch das Risiko fürs Schnarchen und für apnoisches Schnarchen zunimmt.

Schnarchen durch fortgeschrittenes Alter

Da Muskeln und anderes Gewebe im Laufe der Jahre erschlaffen, nimmt das Schnarchen im Alter an Häufigkeit und Lautstärke zu. Dann fangen auch Frauen vermehrt an zu schnarchen, die zuvor durch eine höhere Menge an weiblichen Hormonen davor geschützt waren.

Schnarchen durch Wechseljahre

Bei Frauen sind vor allem die Wechseljahre ein wichtiger Grund dafür, weshalb sie anfangen zu schnarchen. In dieser Zeit verändert sich der Hormonhaushalt, die Östrogenproduktion nimmt ab. Dadurch verringert sich die Muskelspannung, gerade in der Nacht. Das gilt auch für die Muskulatur im Rachenraum. Dadurch werden Zunge, Gaumensegel und Zäpfchen anfälliger für Vibrationen. Das Risiko fürs Schnarchen steigt.

Schnarchen durch Wassermangel

Eine trockene Nasenschleimhaut durch eine zu geringe Wasserzufuhr kann ebenfalls den Ausschlag für das Schnarchen geben. Der Körper und damit auch die Haut sowie die Schleimhäute benötigen Wasser, um geschmeidig zu bleiben. Sind die Schleimhäute aufgrund von Wassermangel im Körper zu wenig befeuchtet, können sie eher anschwellen und die Atemwege nachts verengen, was wiederum das Schnarchen im Schlaf begünstigt.

Schnarchen Folgen

Das apnoische Schnarchen kann mit der Zeit negative gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Auch der damit unter Umständen verbundene Schlafmangel ist nicht ganz ungefährlich. Starkes Schnarchen und die Schlafapnoe erhöhen das Risiko für folgende Erkrankungen oder Probleme:

  • Schlafstörungen und Schlafmangel (gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus)
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • erhöhte Unfallgefahr (z. B. durch Sekundenschlaf)
  • Niedergeschlagenheit
  • Depression
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Probleme im zwischenmenschlichen Bereich
  • Übergewicht
  • Potenzstörungen/ Libidoverlust bei Frauen
  • Bluthochdruck
  • Herzprobleme (z. B. Herzrhythmusstörungen)
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Demenz
  • Parkinson
  • Glaukom (Grüner Star)

Schnarchen: Wann zum Arzt?

Leichtes Schnarchen ohne Atemaussetzer ist nicht behandlungsbedürftig. Anders sieht es beim obstruktiven Schnarchen mit Atemaussetzern aus. Wenn Du eine starke Tagesmüdigkeit bemerkst, Du nachts oft wach wirst oder Dein Partner Dich auf starkes Schnarchen oder gar Atemstillstände aufmerksam macht, solltest Du einen Schlafmediziner aufsuchen. Denn die Schlafapnoe kann ernste Folgen haben. Manche Schlafexperten sehen in der Schlafapnoe die Ursache für Herzinfarkte oder Schlaganfälle mit Todesfolge, die sich im Schlaf in den frühen Morgenstunden ereignen.

Welcher Arzt hilft bei Schnarchen?

Der beste Ansprechpartner, wenn es um das Schnarchen und die Schlafapnoe geht, ist ein speziell ausgebildeter Schlafmediziner. Oft ist das ein Pneumologe, also ein Lungenfacharzt, oder ein HNO-Arzt mit Spezialisierung Schlafmedizin. Die detaillierte Untersuchung beim Verdacht auf Schlafapnoe wird in einem Schlaflabor durchgeführt. Dieses ist meist in eine Klinik integriert.

Schnarchen Diagnose

Schlafscreening bei Schnarchen

Für die erste Untersuchung bekommen Betroffene vom Arzt ein Screening-Gerät für Zuhause, mit dessen Hilfe im Schlaf die Körperfunktionen wie Atemfrequenz und Puls aufgezeichnet werden. Die Auswertung dieser Messungen erfolgt dann durch den Facharzt, beispielsweise einem spezialisierten Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Spiegelung der oberen Luftwege bei Schnarchen

Bei einer Endoskopie (Spiegelung) des Mund-Nasen-Rachenraumes kann der HNO-Arzt feststellen, warum es zum Schnarchen kommt. Durch diese Untersuchung können etwa ein zu großes Zäpfchen, zu große Mandeln oder ein verlängertes Gaumensegel diagnostiziert werden. Auch eine krumme Nasenscheidewand oder Polypen können so aufgespürt werden.

Die Polysomnografie im Schlaflabor bei Schnarchen

Um herauszufinden, welche Form des Schnarchens vorliegt, empfehlen Schlafmediziner eine Polysomnografie (Schlafaufzeichnung) in einem Schlaflabor. Dazu übernachten Betroffene 2 bis 3 Nächte in einer speziellen Einrichtung, um den Schlaf professionell überwachen zu lassen. Gemessen werden während des Schlafs des Patienten etwa dessen Gehirnströme, Atmung, Herzschlag, Augenbewegungen, Muskelspannung und Sauerstoffsättigung. Auf diese Weise erhalten die Schlafmediziner einen detaillierten Einblick in den Schlafverlauf und können ein Schlafapnoesyndrom oder ein Upper Airway Resistance Syndrom (UARS) diagnostizieren. Die Polysomnografie ist der umfangreichste Test, wenn es um die Diagnose einer Schlafapnoe geht.

Was hilft gegen Schnarchen?

Was hilft gegen Schnarchen? Das fragen sich viele Schnarcher und noch mehr Bettnachbarn. Es soll endlich wieder Ruhe ins Schlafzimmer einkehren. Die besten Anti-Schnarch-Tipps haben wir im folgenden Kapitel für Dich oder Deinen Partner zusammengestellt. Neben den wichtigsten medizinischen Behandlungen werden eine Vielzahl von Tipps gegen Schnarchen vorgestellt, mit denen Du oder Dein Partner das Schnarch-Problem endlich loswirst.

Medizinische Behandlungen bei Schnarchen und Schlafapnoe

Zahnschiene bei Schnarchen und Schlafapnoe

Menschen, die schnarchen oder gar einer Schlafapnoe entwickelt haben, können sich eine spezielle Zahnschiene anpassen lassen. Diese auch als Schnarchschiene oder Protrusionsschiene bezeichnete Vorrichtung wird über die Nacht im Mund getragen. Manche Modelle sollen verhindern, dass der Unterkiefer im Schlaf nach hinten fällt. Die Unterkiefer-Protoriusschiene wird vom Zahnarzt angepasst. Eine solche Zahnschiene soll in über 50 Prozent der Fälle zur Verbesserung des Schnarchproblems führen. Andere Anti-Schnarchschienen hingegen sollen vermeiden, dass die Zunge beim Schlafen in den Rachen rutscht. Hier stehen den Betroffenen diverse Modelle zur Auswahl

Der Arzt Wu Li hat als Ergebnis langjähriger Forschung beispielsweise eine Anti-Schnarchschiene entwickelt, die verspricht, sowohl die Zunge als auch den Unterkiefer im Schlaf in einer stabilen Position zu halten. Die Zunge wird dabei an den Gaumen gedrückt. Nach einer gewissen Zeit sollen Unterkiefer und Zunge so trainiert sein, dass sie diese Position auch ohne Schnarchschiene einnehmen und aufrechterhalten können. Für seine Erfindung, die sogenannte DragonPearl (Drachenperle), wurde der Arzt in Berlin 2010 für den Innovationspreis für Medizin nominiert.

Die Atemmaske bei Schnarchen mit Schlafapnoe

Wurde eine Schlafapnoe diagnostiziert, können Betroffene die Symptome mit einem sogenannten nCPAP-Gerät (nasal continiuous positive airway pressure = fortwährender nasaler Überluftdruck) verhindern. Das Tragen dieser Atemmaske ist für Betroffene zunächst ungewohnt und nicht besonders angenehm. Viele Patienten gewöhnen sich aber mit der Zeit an diese Schnarchmaske, andere setzen sie schon nach kurzer Zeit wieder ab. Das CPAP-Beatmungsgerät leitet über einen Schlauch fortwährend Raumluft mit Überdruck in die Nase und Atemwege des Betroffenen, wodurch Atemaussetzer und Schnarchen praktisch unmöglich werden. Gefährliche Spätfolgen der Atemaussetzer wie Bluthochdruck oder Schlaganfall können mit der Schnarchmaske verhindert werden. Ein erfahrener Schlafmediziner weist den Patienten in die Handhabung des Atemtherapiegeräts ein.

Die TNI-Luftstrom-Therapie bei Schnarchen mit Schlafapnoe

Die TNI-Therapie (transnasale Insufflation) ist eine Form der CPAP-Therapie. Bei dieser Behandlung wird jedoch nicht über eine festsitzende Atemmaske Luft zugeführt, sondern lediglich über eine Sauerstoff-Nasenbrille. Diese ist nichts weiter als ein kleiner Schlauch, der 2 Ausstülpungen mit Öffnungen zum Einsetzen in die Nasenlöcher enthält. Durch diese Öffnungen presst das CPAP-Gerät die Raumluft ebenfalls mit Überdruck in die Atemwege, wodurch das Schnarchen und die Atemaussetzer vermieden werden

Operationen bei Schnarchen und Schlafapnoe

Je nach Ursache stehen Medizinern bei starkem Schnarchen und Schlafapnoe auch diverse Operationsverfahren zur Verfügung. Aufgrund der Nebenwirkungen sollten sie aber nicht als erste Maßnahme bei Schnarchen zum Einsatz kommen. Zu den operativen Verfahren bei Schnarchen und Schlafapnoe gehören:

  • Entfernung von Polypen (Rachenmandeln)
  • Begradigung der Nasenscheidewand
  • Entfernung der Mandeln
  • Implantate zur Versteifung des Gaumensegels
  • Straffung der Gaumen-Rachenschleimhaut
  • Radiofrequenz-Behandlung
  • Unterkiefer-OP

Implantate bei Schnarchen

Bei Schnarchproblemen und Schlafapnoe haben Betroffene auch die Möglichkeit, sich ein Pillar-Palatal-Implantat-System einsetzen zu lassen. Bei dieser Therapie werden 3 Kunststoffstäbchen in einem minimal-invasiven Verfahren in das Gaumensegel eingesetzt, um es zu stabilisieren. So können zumindest die Schnarchgeräusche gelindert werden, die durch das Gaumensegel entstehen

Straffung der Gaumen-Rachenschleimhaut bei Schnarchen

Die Straffung der Gaumen- oder Rachenschleimhaut zählt zu den ältesten Operationen gegen Schnarchen. Bei dieser Behandlung profitieren 50% der Operierten von einer Besserung der Beschwerden. Durch die Entfernung überschüssigen, erschlafften Gewebes am Gaumen oder Rachen kann die Atemluft besser passieren, wodurch ein nächtlicher Kollaps der Atemwege unwahrscheinlicher wird. Heute greifen Spezialisten allerdings nur noch selten auf diese OP-Methode zurück, da innovative Verfahren sie überflüssig machen

Laseroperation bei Schnarchen

Heute wird das überflüssige Gewebe am Gaumen mit Hilfe eines Lasers gestrafft. Durch diese Behandlung wird der Rachenraum geweitet. Schnarchgeräusche können so gelindert oder ganz beseitigt werden. Gerade für Menschen mit primärem Schnarchen ohne Apnoe eignet sich diese OP-Methode. Es gibt aber nur wenige Spezialisten in Deutschland, die diese Operationstechnik beherrschen. Dabei soll diese Technik sehr gute Erfolgsaussichten haben.

Radiofrequenz-Behandlung bei Schnarchen

Die Radiofrequenz-Behandlung wird bei leichtem bis mittelstarkem Schnarchen eingesetzt. Bei dieser Therapie wird überflüssiges Gewebe mithilfe einer Sonde abgetragen. Diese Sonde gibt dosiert Radiofrequenz-Energie ab, wodurch sich der entsprechende Bereich der Schleimhaut erwärmt. Dadurch wird ein natürlicher Heilungsprozess eingeleitet, denn der Körper baut das erwärmte Gewebe nun ab. Ist der Heilungsprozess abgeschlossen, ist das Gaumengewebe gestrafft

Kiefer-OP bei Schnarchen

Die Kiefer-OP ist oft die letzte Maßnahme in der medizinischen Therapie, wenn Atemmaske und Protrusionsschiene keine Besserung der Beschwerden ergaben. Durch eine Rotation und Vorverlagerung beider Kiefer wird der Nasen-Rachenraum erweitert, Zunge und Gaumen kommen weiter nach vorn. So ist es möglich, das Schnarchen zu vermeiden und eine Schlafapnoe loszuwerden.

Tetradecylsulfat-Therapie gegen Schnarchen

Eine Alternative zu den OP-Verfahren ist eine Behandlung mit dem Wirkstoff Tetradecylsulfat. Diese Substanz wird über eine Spritze direkt in die Rachenschleimhaut injiziert. Bei dieser Therapie verhärtet sich weiches Gewebe. Es wird ähnlich hart wie Narbengewebe. Dadurch wird das Gaumensegel stabiler. Schnarchgeräusche können so vermieden werden. Die Tetradecylsulfat-Methode ist aber noch nicht gut erforscht, was mögliche Langzeitfolgen angeht.

Mittel gegen Schnarchen aus der Apotheke

Bevor Du zu den Hilfsmitteln aus der Apotheke greifst, solltest Du mit der Schnarchproblematik besser zum Facharzt gehen. Denn eine nicht behandelte Schlafapnoe kann ernsthafte Gesundheitsgefahren bergen. Die Mittel aus der Apotheke eignen sich eher zur Behandlung von leichtem Schnarchen ohne Schlafapnoe.

Kinnband gegen Schnarchen

Manche Menschen setzen bestimmte Hilfsmittel ein, um ihre Schnarchprobleme zu vermeiden. Dazu gehört auch das Kinnband oder die sogenannte Schnarchbandage. Diese Vorrichtung streifen sich Betroffene vor dem Schlafengehen um Kopf und Unterkiefer, um zu verhindern, dass der Mund für die Mundatmung aufgeht.

Nasenklammer gegen Schnarchen

Außerdem gibt es in der Apotheke Nasenklammern, mit deren Hilfe Du die oberen Atemwege erweitern kannst. Die Nasenklammer spreizt die Nasenflügel auseinander, sodass Schnarchen unter Umständen ausbleibt. Gerade bei Allergien oder einer chronischen Nasenschleimhautentzündung kann eine Nasenklammer dabei helfen, mehr Luft durch die Nase zu bekommen. So kann eine Mundatmung und demzufolge das Schnarchen möglicherweise verhindert werden.

Nasenpflaster gegen Schnarchen

Manche Menschen mit Schnarchproblemen behelfen sich mit speziellen Nasenpflastern, die zum Schlafen auf die Nase aufgebracht werden. Das Nasenpflaster erzeugt eine Spannung, die zu einer Erweiterung der Nasenflügel führen soll. Dadurch kann mehr Luft über die Nase angesogen werden, die Mundatmung soll so überflüssig gemacht werden. Manche Experten raten zu einem kombinierten Einsatz von Nasenpflaster und Kinnbandage.

Anti-Schnarch-Kissen gegen Schnarchen

Eine weitere Möglichkeit, dem Schnarchen den Kampf anzusagen, ist der Einsatz eines Anti-Schnarchkissens. Dieses Anti-Schnarchkissen ist so aufgebaut, dass es in der Mitte über eine Wölbung verfügt. Diese soll verhindern, dass der Kopf des Schlafenden sich so hindreht, dass er die das Schnarchen fördernde Rückenlage einnehmen kann.

Weste gegen Schnarchen

Gegen Schnarchen und die gefährliche Schlafapnoe kann auch eine spezielle Anti-Schnarch-Schlafweste helfen. Auch bei der Schlafweste gegen Schnarchen geht es darum, dass verhindert werden soll, dass sich Betroffene auf den Rücken legen. Dies gelingt bei der Anti-Schnarch-Weste durch eine Wölbung im Bereich des Rückens.

Rachenspray gegen Schnarchen

Auch ein spezielles Rachenspray gegen Schnarchen kann Betroffenen Linderung verschaffen. Dieses Mittel wird vor dem Schlafengehen eingesetzt, um das Gewebe im Rachenbereich während der Nacht zu glätten und zu befeuchten. Dadurch soll das Schnarchen reduziert werden.

Nasenspray gegen Schnarchen

Bei erkältungsbedingtem oder allergiebedingtem Schnarchen ist der zeitlich begrenzte Einsatz eines Nasensprays empfehlenswert. Der Schnupfen macht die Nasenatmung während der Nacht oft unmöglich. Dadurch geht man automatisch zur Mundatmung über, was dann leichter zum Schnarchen führt. Ein kurzzeitig eingesetztes Nasenspray ist ein tolles Mittel gegen schnupfenbedingtes Schnarchen. Denn es sorgt dafür, dass die Nasenschleimhäute abschwellen und die Nasenatmung nicht mehr behindert wird.

Was hilft noch gegen Schnarchen?

Was kannst Du noch gegen Schnarchen tun? Einiges! Wenn Du auch die folgenden Anti-Schnarch-Tipps beherzigst, hast Du gute Aussichten, das nervtötende, nächtliche Sägegeräusch zu stoppen:

  • Versuche, in Seitenlage oder Bauchlage zu schlafen
  • Verzichte abends auf Alkohol
  • Reduziere das Rauchen oder verzichte ganz darauf
  • Nimm nur Medikamente, wenn es wirklich nötig ist
  • Verzichte auf schwere (fettreiche) Mahlzeiten am Abend
  • Baue gegebenenfalls Übergewicht ab
  • Ernähre Dich langfristig gesund (wenig Fett, Fleisch, Zucker, Weißmehl, dafür mehr Obst, Gemüse, Vollkornprodukte)
  • Verwende Encasings (milbendichte Überzüge fürs Bett) bei Hausstauballergie
  • Nasenspülung mit Kochsalz und Inhalationen mit Cineol oder Kamillenextrakt lindern einen Schnupfen
  • Trinke täglich ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees (ideal: 2 Liter täglich)

Logopädie zur Behandlung bei Schnarchen

Beim primären Schnarchen soll auch eine logopädische Therapie zum Training der Muskulatur von Nasen-Rachenbereich die Beschwerden lindern helfen. Der Logopäde vermittelt Betroffenen neben speziellen Sprechübungen Saug-, Schluck-, Atem- und Kauübungen, die die Muskulatur der oberen Atemwege stärken sollen.

Singen oder Instrument spielen gegen Schnarchen

Die Nasen-Rachenmuskulatur lässt sich auch prima durch regelmäßiges Singen oder Blasinstrumente spielen aufbauen. Da bei Gesangsübungen die Muskeln des Gaumensegels zum Einsatz kommen, werden diese Muskelpartien besonders gekräftigt. Durch das Spielen eines Blasinstruments, beispielsweise eines Didgeridoos oder eines Saxophons, kannst Du die Muskulatur der oberen Atemwege ebenfalls kräftigen. So kannst Du vielleicht das Schnarchen in der Nacht stoppen oder zumindest lindern.

Homöopathie gegen Schnarchen

Gegen chronisches Schnarchen sollen laut Naturheilkunde auch homöopathische Globuli helfen. Ein von Homöopathen empfohlenes Mittel gegen Schnarchen ist Causticum Hahnemanni in der Potenz D12, das Du online kaufen kannst. Von diesen Globuli nimmst Du 3 Mal täglich 5 Kügelchen gegen chronisches Schnarchen ein.

Schnarchring – Schnarchen vermeiden mit Akupressur?

Ein spezieller Schnarchring soll Schnarchern das ohrenbetäubende Handwerk legen. Laut Erfahrungsberichten und einer Studie kann der Anti-Schnarchring tatsächlich zu einer Reduktion der Schnarchphasen und zu einem reduzierten nächtlichen Lärmpegel beitragen. Der Ring weist an einer Stelle der Innenseite kleine Gnubbel auf, die während des Schlafs einen bestimmten Akupunkturpunkt am kleinen Finger stimulieren. Dieser Bereich ist laut der Traditionellen Chinesischen Medizin über die Meridiane (Energieleitbahnen) mit dem Atemsystem verbunden und soll die oberen Atemwege öffnen helfen. Durch die kontinuierliche Ausübung von Druck auf diesen Punkt soll das Schnarchen verhindert oder zumindest gelindert werden.

Übungen zur Stärkung der Atemmuskeln

Um Deine Atemmuskulatur zu kräftigen und Schnarchen zu lindern, kannst Du neben Ausdauersport spezielle Atemübungen durchführen. Eine der Atemübungen geht so: Nimm einen Strohhalm zur Hand und atme durch diesen ein. Mithilfe der Lippenbremse (leicht geöffnete, angespannte Lippen) atmest Du anschließend wieder aus. Wiederhole diese Atemübung 10 Mal und mache dann eine Pause von 10 Sekunden. Dann wiederholst Du diese Einheit zwei weitere Male. Praktiziere diese Atemübung gegen Schnarchen zunächst 1 Mal pro Woche. Später kannst Du auf 3 Mal pro Woche erhöhen.

Um Deine Atemmuskulatur zu stärken, kannst Du auch tief Luft holen und die Luft für etwa 3 Sekunden anhalten. Weiterhin ist es für die Atmung hilfreich, wenn Du oft ausgiebig und intensiv gähnst. Dadurch stärkst Du gleichzeitig die Muskulatur im Rachenraum

Yoga gegen Schnarchen

Yoga ist ideal, nicht nur um Übergewicht abzubauen, sondern auch, um die Atemmuskulatur bei Schnarchproblemen zu kräftigen. Denn Yoga vereint immer kräftigende Körperübungen und Entspannung mit einer intensiven Atmung. So lernst Du beim Yoga, wie Du Deinen Atem vertiefen kannst und so Deine Atemmuskulatur stärkst. Dadurch können sich das Schnarchen und auch Atembeschwerden verbessern.

Übungen zur Stärkung der Nasen-Mund-Rachenmuskulatur

Wenn Du Schnarchen verhindern oder reduzieren möchtest, kannst Du auch Übungen zur Kräftigung der Zungen- und Rachenmuskulatur durchführen. Schon eine Wiederholung von 20 Einheiten je Übung kann laut einer Studie zu einem verringerten Auftreten von Schnarchen sowie zu einer reduzierten Lautstärke des Schnarchens führen.

5 Zungenübungen gegen Schnarchen

  • Presse die Zungenspitze gegen den Gaumen und schiebe sie nach hinten
  • Sauge die Zunge am Gaumen fest und halte sie so einige Sekunden lang
  • Presse die Zunge nach unten und die Zungenspitze gegen die untere Zahnreihe. Versuche dabei „A“ zu sagen
  • Strecke die Zunge weit hinaus in Richtung des Kinns
  • Berühre nacheinander erst den linken dann den rechten Mundwinkel mit der Zungenspitze

3 Übungen für die Rachenmuskulatur gegen Schnarchen

Die einzelnen Übungen zur Kräftigung der Rachenmuskulatur kannst Du ebenfalls 20 Mal wiederholen.

  • Drücke Deinen Unterkiefer kurz mit der Hand nach hinten. Deine Kiefermuskeln halten dagegen
  • Blase die Wangen mit Luft auf und halte sie für kurze Zeit fest
  • Beiße kurzzeitig fest auf einen Bleistift

Atemtrainer gegen Schnarchen

Der Atemtrainer ist ein handliches Gerät, mit dessen Hilfe Du Deine Atemleistung erhöhen kannst. Dieses Gerät erzeugt beim Ein- und Ausatmen einen Atemwiderstand. Diesen musst Du überwinden, wodurch Deine Atemmuskeln gekräftigt werden. Der Atemtrainer ist somit ein probates Mittel, das Du begleitend gegen Schnarchen und Schlafapnoe einsetzen kannst.

Übernehmen die Krankenkassen die Behandlung gegen Schnarchen?

Manche Therapien gegen Schnarchen werden von den Krankenkassen übernommen, andere nicht. Erkundige Dich bei Deiner Krankenkasse, ob und inwieweit sie die Kosten für eine Behandlung trägt.

Hat Schnarchen evolutionsbedingt einen Sinn?

Ob Schnarchen von unserer Evolution her einen Nutzen hat, weiß die Fachwelt nicht. Es gibt aber Forscher, die annehmen, dass Schnarchen in früheren Zeiten dazu diente, im Schlaf gefährliche Tiere von der Gruppe fernzuhalten. Wenn das nächtliche Schnarchkonzert schon den Partner aus dem gemeinsamen Bett vertreibt, ist es nicht ganz abwegig, dass auch wilde Tiere aufgrund des abschreckenden Geräuschs umgehend die Flucht ergreifen.

Schnarchen beim Baby

Manche Babys schnarchen geräuschvoll. Dabei handelt es sich meist um eine vorübergehende, harmlose Erscheinung im Verlauf seiner Entwicklung. Beispielsweise ist bei manchen Babys die Schleimhautfalte im Rachen noch nicht vollends entwickelt, wodurch die Atemwege zu eng sind und das Schnarchen seinen Lauf nimmt. Es ist aber auch möglich, dass eine Erkrankung dahintersteckt. So ist beispielsweise häufig ein Infekt mit Schnupfen dafür verantwortlich, dass Babys anfangen zu schnarchen. Dann kann ein abschwellendes Spray oder ein Nasenspray auf Salzbasis helfen.

Schnarchen durch Polypen

Auch Polypen (vergrößerte Rachenmandeln) provozieren bei Babys und Kindern das Schnarchen. Werden die Polypen oder ständig vergrößerte Gaumenmandeln per OP entfernt, hört das Schnarchen im Schlaf in der Regel auf. Bevor Du aber eine OP für Dein Kind in Anspruch nimmst, kannst Du es aber zunächst auch mit einer homöopathischen Behandlung versuchen. Denn diese soll ebenfalls in vielen Fällen helfen. Wenn Du merkst, dass Dein Baby häufig und über längere Zeit schnarcht, solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Sei Dir bewusst, dass häufiges Schnarchen oft mit einem schlechten Schlaf und daraus resultierendem Schlafmangel verbunden ist. Dieser kann sich negativ auf die geistige Entwicklung Deines Babys auswirken.

Schnarchen beim Kind 

Schnarcht Dein Kind häufiger, dann können Konzentrationsmangel und ein verlangsamtes Wachstum die Folge sein. Du solltest darüber mit einem HNO-Arzt reden und herausfinden, ob die Polypen oder Gaumenmandeln krankhaft vergrößert sind. Auch bei Atemaussetzern ist es erforderlich, dass Du Dich an einen Facharzt wendest.

Vielleicht leidet Dein Kind auch unter einer Allergie wie einer Hausstauballergie, die mithilfe eines Allergietests beim Allergologen diagnostiziert werden kann. Gegen Hausstauballergie beim Kind hilft nur viel putzen und die Bettwäsche sowie Matratze mit Encasings zu überziehen.

Gegen das Schnarchen beim Kind kann auch helfen, wenn es viel singt oder ein Blasinstrument zu spielen anfängt. Du kannst mit Deinem Kind auch regelmäßig die oben beschriebenen Übungen zur Kräftigung der Zungen- und Rachenmuskulatur sowie Atemübungen durchführen.